Vita

Clara Kalus, geboren in Münster, studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis mit den Schwerpunkten Theater und Musik an der Uni Hildesheim.

Schon während ihres Studiums inszenierte sie in der freien Theaterszene eine eigene Version von Schillers Wilhelm Tell und erarbeitete zum Diplom die Recherche-Genderperformance Ceci n’est pas un homme über Frauen, die als Männer lebten. Einen weiteren genderthematischen Fokus setzte sie in ihrer Diplomarbeit „High pitch, voice & sex. Die Faszination der hohen Männerstimme“ auf das performative Potential der Opernstimme, welchem auch darüber hinaus ihr wissenschaftliches und künstlerisch-forschendes Interesse gilt.

Parallel zu ihrem Studium arbeitete sie bereits an verschiedenen Theatern und Opernhäusern als Regieassistentin und leitete 2009 an der Oper Bonn die Neueinstudierung von La Bohème, einer Produktion des Regisseurs Dietrich Hilsdorf, mit dem sie bereits seit ihrer Zeit als Kinderdarstellerin eine langjährige Zusammenarbeit verbindet.

Nach dem Abschluss als Diplom-Kulturwissenschaftlerin 2011 ging sie zunächst als Regieassistentin ans Theater Heidelberg, wo sie eng mit dem damaligen Operndirektor Heribert Germeshausen zusammenarbeitete und RegisseurInnen wie Lorenzo Fioroni, Ingo Kerkhoff und Eva-Maria Höckmayr assistierte. 2015 war sie bei den Bayreuther Festspielen Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes.

2012 erfolgte ihre erste große Opernregie im Rokokotheater Schwetzingen mit der deutschen Erstaufführung von Porporas Polifemo beim „Winter in Schwetzingen“ (Barockfestival des Theaters Heidelberg). Seit 2014 erarbeitete sie als freischaffende Regisseurin Inszenierungen u.a. für die Händelfestspiele Halle und das Theater Osnabrück. Ihre Produktion von Händels Riccardo Primo wurde u.a. zu den Ludwigsburger Festspielen und an das Theater Schaffhausen eingeladen. Am Theater Heidelberg inszenierte sie u.a. einen Kammeropernabend mit zeitgenössischen Werken und Humperdincks Märchenspiel Hänsel und Gretel, welches nach mehreren Wiederaufnahmen auch als Gastspiel nach Winterthur eingeladen wurde. 2017 eröffnet sie die Spielzeit am Theater Lübeck mit einem experimentellen Doppelabend, der Monteverdis Combattimento di Tancredi e Clorinda mit Orffs Carmina Burana verbindet.